Die Dreharbeiten

zu Herzentöter fanden im Sommer 2005 statt. Gedreht wurde im Spreewald in der Gegend um Burg und Naundorf. Hier finden Sie ein paar Werkstatt- Skizzen, zusätzliche Informationen und Impressionen aus dieser Zeit.

Regisseur Bernd Heiber
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HERZENTÖTER jetzt auf DVD

Cover Herzentöter DVD - Director´s Edition 2010

Die DVD ist jetzt erhältlich als director`s  edition im Selbstvertrieb des Regisseurs mit Bonusfilm "Das Klopfen". (Psychothriller 28 min. mit Paul Faßnacht, Isabella Parkinson, Irm Hermann, Regie: Bernd Heiber)

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Interview mit dem Regisseur - Bernd Heiber im Gespräch

Das ist nun dein erster Langspielfilm. War die Regiearbeit anders als bei Kurzfilmen?

Man hat mehr Zeit, um andere Fehler zu machen.

Der Spreewald und seine Sagenwelt gehören schon zu Deinen Kindheitserinnerungen. Ist das ein Grund, weshalb Du Deine Geschichte im Spreewald spielen lässt?

Der Traum, die Vision, das Irrationale sind Bestandteile dieser psychischen Konstruktion. Sie sichert das Überleben in einer Welt, die anders ist, als sie sein sollte.

Kennst Du den Film "Der fremde Vogel", der ja auch im Spreewald spielt, allerdings knapp 100 Jahre früher?

Der Kameramann Konstantin Kröning und ich haben uns "Der fremde Vogel" während der Vorbereitungen im Archiv angesehen. Ich hatte mal was darüber gelesen, dass es einen Film mit Asta Nielsen geben soll, der im Spreewald spielt. Es gibt darin sehr schöne schwarz- weiss Aufnahmen und die merkwürdige Parrallele, dass eine Schauspielerin in den Spreewald kommt. 

Zufall?

Ja, oder der Bludnik in mir. Kein Zufall war aber, dass beide Filme in Cottbus auf dem 16. Festival des osteuropäischen Films 2006 gelaufen sind. "Der fremde Vogel" als Eröffnungs- und "Herzentöter" als Abschlussfilm und Deutschland- Premiere.

Was verstehst Du eigentlich unter einem poetischen Roadmovie über den Spreewald?

Jeder kommt in einen anderen Spreewald. Für mich ist es die Beschreibung eines Status quo, eines Durchgangsstadiums - fern vom Gleichgewicht. Ein vorübergehender Aufenthalt in einem unsicheren Terrain, in dem man glaubt, das zu tun, was man möchte und dabei herausbekommt, was man wirklich will. Mit freundlicher Hilfe des Błudniks.

Was ist das, ein Błudnik?

In Haupts Sagenbuch der Lausitz von 1862 heißt es: "Der Irrwisch (wendisch Błudnik, von błud, der Irrthum) ist ein schadenfroher Gnom, der bei Nacht und Nebel die Menschen so verblendet, dass sie den Weg verlieren und irre gehen und dabei leicht in Sümpfe geraten."

Ist der Film im weitesten Sinne für Dich schon eine Art Liebeserklärung an den Spreewald und seine Geister?

Der Spreewald ist für mich eine der Hauptfiguren des Films. Ein besonders gelungenes Stück der Schöpfung.

Der Titel lautet ja nicht Herzensbrecher oder Herzenstöter, sondern Herzentöter. Was ist eigentlich ein Herzentöter? Ist dein Hauptheld ein "Don Juan“, ein Herzensbrecher, ein Schwerenöter? Oder hat das überhaupt nichts damit zu tun?

Ehrlich gesagt, frage ich mich das alles auch, seit dem ersten Entwurf für das Drehbuch. Den habe ich vor einigen Jahren nach einer Flasche Rotwein auf zwei Seiten aufgeschrieben und der fing an: "Herzentöter ist am Arsch." Dieser Anfang ist im Prinzip alles, was davon übrig geblieben ist und ich frage mich bis heute, was das heißen soll. Er hätte auch "Emil Durand" heißen können, wie der Rotwein, auch genannt: "der rote Emil". Auch kein schlechter Titel.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Schauspielern und mit der Film-Crew insgesamt, lief alles so, wie Du es Dir gewünscht hast, oder gab es Momente, wo Du selbst am liebsten in den Sumpf gegangen wärst, weil alles drohte anders zu werden, als Du es Dir gedachtet hattest?

Ich hatte das Glück mit exzellenten Schauspielern wie Paul Faßnacht, Katja Flint und Xaver Hutter drehen zu können, was die Arbeit für mich praktisch kinderleicht machte. Mit Konstantin Kröning, dem Kameramann, der, wie ich finde, sehr schöne Kinobilder photographiert, hatte ich schon mehrere Male zusammengearbeitet.
Und das ganze Team bestand einfach aus lauter begabten Leuten, die sich unglaublich ins Zeug gelegt haben und ohne die der Film nicht so geworden wäre, wie er ist und wofür ich sehr dankbar bin. Überhaupt möglich gemacht hat aber alles Tanja Ziegler, die Produzentin, die sich sehr für den Film eingesetzt hat und mit ihrer warmherzigen und energischen Art, die Dinge immer wieder auf den rechten Weg zu bringen wusste. Aus Verzweiflung in den Sumpf zu gehen, hätte übrigens auch nichts gebracht, weil wir meistens schon bis zu den Knien drin standen.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft aus? Drehbücher schreiben und Filme drehen?

Das wäre nicht das schlechteste aller denkbaren Leben.  Dazu gehören aber neben den Ideen vor allem die richtigen Leute, mit deren Unterstützung man sie in die Welt setzt.  Zur Zeit suche ich zum Beispiel noch einen Verleih für „Herzentöter".  Es wäre echt schade, wenn man den Film nicht in ein paar Kinos bekommen könnte. Denn da gehört er wirklich hin, wie ich in den Vorführungen, die wir bisher hatten, an den positiven Publikumsreaktionen gemerkt habe. Ausserdem schreibe ich gerade ein Drehbuch für einen neuen Spielfilm. Der heisst im Arbeitstitel "Der Fremde" und soll werden ein Familiendrama im Grenzgebiet vor dem Hintergrund latenter und offener Fremdenfeindlichkeit. Mal sehen, ob das jemanden interessiert...

Danke für das Gespräch.

Das Interview führte Beate Tembridis (RBB).