Die Sagenwelt des Spreewald

Der Spreewald ist nicht nur die Heimat der leckeren grünen Gewürzgurken oder der adretten Spreewaldmädchen in ihren wendischen Trachten, sondern auch die Heimat zahlreicher Sagengestalten.

Der Błudnik, ein schadenfroher Gnome, der bei Nacht und Nebel die Menschen so verblendet...

Das böse Weib, krumm und sehr gebückt schleicht in den Dörfern am hellen Tageslicht...

Die Dziwica ist die wendische Jagdgöttin. Ein schönes, junges und wildes weibliches Wesen aus dem Wald.

Die Mittagsfrau erscheint zur Mittagszeit. Wehe dem der jetzt noch der Feldarbeit nach geht...

Wassermänner und Nixen wohnen in den Flüssen, Seen und Teichen der Lausitz. Nimm Dich in acht vor ihnen...

Der Spreewald liegt rund 100 Kilometer südöstlich von Berlin im Bundesland Brandenburg.

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Die Ludki

Die Ludki (d.h. kleine Leute) sind die Zwerge der Wenden. Sie wohnen in Hügeln, und zwar da, wo sich Urnen vorfinden. Solche Hügel heissen in der Niederlausitz Ludkowa gora, Ludkenberg, oder Ludkowa gorks, Ludkenhügel.
Sie sind gutmüthig und müssen schwer gereizt werden, ehe sie den Menschen einen Possen thun. Sie borgten gern von den Menschen allerlei Hausrath und legten gewöhnlich bei der Zurückgabe ein Geschenk hinein. Wenn einer ein Butterfaß borgte, so pflegte er, weil er doch so klein war, hinein zu kriechen und sich darin fort zu kollern.
Sie waren auch Spielleute und spielten eine Art Hackebrett oder Cymbal mit Tangenten. Daher besuchten sie als Musikanten und manchmal auch als Tänzer und Tänzerinnen die Freudenfeste der Menschen und brachten dann fast immer Geschenke mit.
Ihr Lieblingsvergnügen war aber, in dem Hause eines Menschen bei Nachtzeit ein Gastmahl zu feiern. Wer sie zu belauschen das Glück hatte, sah sie dann durch unterirdische Gänge und Mauselöcher zum Vorschein kommen. Beleidigen durfte man man sie alsdann nicht, wenn man sein häusliches Glück lieb hatte.

Seit die Glocken eingeführt sind, sind auch die Ludki allmählich verschwunden. Sie konnten den harten Schall nicht vertragen. Eine der ersten Glocken ist die in Groß- Buckau gewesen. Dort sind alle Ludki zusammen gekommen, haben einen großen Stein aus der Erde gegraben und die Glocke zerschlagen wollen. Aber sie strengten sich zu sehr an und starben. Daher kommt´s, daß es jetzt keine mehr gibt. Der ausgegrabene Stein hat dort lange vor den Fenstern eines Bauern gelegen und ist erst vor einigen Jahren beim Bauen abhanden gekommen.

Die Wenden haben noch heutzutage eine rührende Ehrfurcht und Schonung für die Ludki. Es ist wiederholt vorgekommen, daß sie sich weigerten, bei Nachgrabungen in den Ludkenhügeln hilfreiche Hand zu leisten. Sie meinten, es sei gottlos, die kleinen Leute zu stören